© Inhalt: S. Wohlleben Layout: M. Waldow Impressum
Das Shire Horse, auch „Gentle Giant“ (Sanfter Riese), hat seinen Beinamen zu recht. Das geforderte Stockmaß ist bei Stuten 163 cm und bei Hengsten/Wallachen 168 cm. Mit ihrem besonders kräftigen Kör- perbau und den langen Behang an den Beinen machen sie in diversen Shows eine gute Figur und runde Augen bei den Zuschauern. Die Geschichte der Rasse ist besonders interessant und begann schon im 11. Jahrhundert, als die Normannen (die vom europäischen Festland aus der Normandie kamen) zu Schiff und dann zu Pferde in das alte England einritten. Sie brachten ein Urtyp Pferd mit, das Waldpferd genannt wurde und von kräftiger Statur war. Die Pferde der Normannen wieder- rum waren die Grundlage für das „Great Horse“ (Großes Pferd). Das 1,57 m große Zugpferd hatte kaum Ähnlichkeit mit dem heutigen Shire Horse. Es entstand aus einem Cob (englische Bezeichnung für schweres, kräftiges Pferd), das vor dem 16. Jahrhundert als Ritterpferd ge- braucht wurde und gute Dienste tat, um die schwere Last (bis zu 200 kg) zu tragen. Doch die Waffen ent- wickelten sich weiter und die ungelenken Ritter waren den durch- schlagenden Armbrüsten, die sich entwickelten, hoffnungslos unterle- gen. Die Rüstungen hatten ausgedient und die Pferde wurden für Zug und Feldarbeiten genutzt. Außerdem konnten sie über die schlechten Straßen schwere Wagen ziehen. Im 16. Jahrhundert gab es Importe von dem Friesen und dem Flämischen Pferd nach England. Der Friese gab der zukünftigen Rasse das edle und den besseren, freieren Gang und das Flämische Pferd die Statue und Kraft, das für die Rasse prägend war. Im Flämischen Pferd steckt auch der Urahn - das Waldpferd, dem wir schon bei den Normannen begeg- neten. Im 17. Jahrhundert wurden von Holländern Flämische Pferde in großer Zahl nach England importiert, um die Fens (Sumpflandschaften) trocken zulegen. Spätestens dann war vom Great Horse keine Rede mehr, das englische Zugpferd wurde als Englisch Black Horse (auch Backwell Horse oder Improved Black Card Horse = umgestaltetes Pferd) bezeichnet. Diesen Namen führte Robert Backwell, ein Landwirt aus Cam- bridgeshire, ein und berief sich damit auf die schwarzen Flämischen Pferde. Diese Tiere wurden in den Graf- schaften Leicestershire, Staffordshire und Derbyshire weitergezüchtet. In Packington (Leicastershire) kam 1755 Packinton Blind Horse zur Welt, der als Gründerhengst der Shire Rasse gilt und bis zu seinem Tode 1770 sehr viele Nachkommen zeugte. Dieser Rapphengst erscheint als erster im Shire Stud Book 1878, zwei Jahre nach der Gründung der Englisch Card Horse Society, dem Zuchtverband der Shire. 1884 wird der Verband in Shire Horse Society umbenannt. Zwischen 1901 und 1914 wurden jährlich 5000 Tiere eingetragen. Doch waren es 1939 noch 550.000 Tiere, so ging der Bestand bis 1972 auf ca. 5000 Tiere zurück. Die Wiederbelebung der Rasse ist den Brauereien zu verdanken und auch der Veranstaltung „Drive of the heavy horse“ mit jährlich 300 angemeldeten Tieren und 15.000 Zuschauern. Die Shire Horse und seine Vorfahren waren auch Grundlage für die Zucht der schottischen Clydesdale Rasse.
Einer der ersten Spaziergänge mit Tori
Meine sanfte Riesin ist sehr verschmust, aber auch ver- spielt.
Typische Bewegungsschnute von Anouk
Anouk „meckert“, dann macht sie diese typische, lustige Pose.
update: 01.12.2018
Wissenswertes
Hallstedt Royal Duke
Hallstead Royal Duke, Champion 1901, eines der größten Shires
Flämisches Pferd (auch Flan- drisches Pferd, Belgisches Pferd oder Brabanter genannt) Stockmaß bis 1,72 m, 700 - 1200 kg
Bierbrauer
Die Bierbrauer leisteten ihren Beitrag zur Rettung der Shire Rasse.
Übersicht Shire - Karte
Nobody aus Australien ist heute das größte Pferd. (Zuchtname: Luscombee Nodram) Er hat ein Stockmaß von 2,05 m und bringt 1,5 t auf die Waage.
Das größte bekannte Shire der Welt war Sampson. Der Wallach hatte ein Stockmaß von 2,15 und ein Gewicht von 1524 kg.
Standort der Grafschaften